Schutz

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Schutz – Schutzwaffen

 

 

 

Definition:

Unter Schutzwaffen im technischen Sinne (§§ 17a Abs. 1, 27 Abs. 2 Nr. 1 Alt. 1 VersammlG) sind ausschließlich Gegenstände zu verstehen, die nach ihrer Zweckbestimmung, ihren Konstruktionsmerkmalen oder ihren besonderen Eigenschaften von vornherein dazu bestimmt sind, dem Schutz des Körpers zur Verteidigung gegen Angriffe bei kämpferischen Auseinandersetzungen zu dienen.

Schutzwaffen sind keine Waffen im Sinne des Waffengesetztes und fallen deshalb auch nicht in den Zuständigkeitsbereich der Waffenbehörden.

Eine andere Bezeichnung für Schutzwaffen ist der Begriff „passive Waffen“.

 

Als Schutzwaffen gelten demnach insbesondere:

Helme, Schutzschilde, Schutzwesten, Plattenträger mit Schutzplatten (Softballistik, Hartballistik), Protektoren (Ellbogen, Knie, Schienbeine, Unterarme, Schultern), ABC-Schutzmasken, Handschuhe, Stahlkappenschuhe u.a. Die meisten dieser Schutzwaffen sind Ausrüstungsgegenstände von Polizei und ihrer Sondereinsatzkommandos, der Bundeswehr und ihrer Spezialkräfte, sowie anderen Behörden.

 

 

Verbot des Tragens von Schutzwaffen auf öffentlichen Veranstaltungen durch Demonstranten oder Passanten.

 

Schutzwaffen werden in § 17a VersammlG geregelt. Absatz 1 lautet:

Es ist verboten, bei öffentlichen Veranstaltungen unter freiem Himmel, Aufzügen oder sonstigen öffentlichen Veranstaltungen unter freiem Himmel oder auf dem Weg dorthin Schutzwaffen oder Gegenstände, die als Schutzwaffen geeignet und den Umständen nach dazu bestimmt sind, Vollstreckungsmaßnahmen eines Trägers von Hoheitsbefugnissen abzuwehren, mit sich zu führen.

 

 

Erwerb:

Da es sich bei Schutzwaffen bzw. passiven Waffen nicht um Waffen im Sinne des Waffengesetztes handelt, gibt es für den Erwerb und Besitz prinzipiell keine gesetzlichen Einschränkungen hinsichtlich Alter und berechtigtem Personenkreis.

Jedoch verkaufen die meisten Hersteller von z.B. ballistischen Platten ihre Produkte nicht an Zivilpersonen. In der Regel werden solche und ähnliche Produkte nur an Behörden und Bundeswehr, oder ihren Entsprechungen im Ausland, sowie Sicherheitsunternehmen abgegeben. Mitarbeiter und Angehörige von Polizei, Bundeswehr und anderer Behörden oder öffentlicher Dienste, welche sich ihre Ausrüstung aus verschiedenen Gründen teilweise selbst beschaffen, können nach Erbringung entsprechender Nachweise ebenfalls Schutzwaffen erwerben. Gleiches gilt für Firmen aller Branchen und deren Mitarbeiter, die in Krisen/Kriegsgebieten im Einsatz sind und somit ein berechtigtes Interesse am Tragen von Schutzausrüstung haben (z.B. Presse, THW). Jäger haben im Rahmen des Jagdschutzes (Kampf gegen Wilderei) ebenfalls ein berechtigtes Interesse, ebenso Schießstandbetreiber und Waffensachverständige.

Aufgrund der aktuellen Lage sei darauf hingewiesen, daß Zivilisten in Kriegs/Krisengebieten ebenfalls ein Recht haben sich mit Schutzwaffen vor potientiellen Gefahren zu schützen, die ihr Leben und ihre Gesundheit bedrohen, insbesondere wenn die jeweiligen staatlichen Stellen die Sicherheit nicht garantieren können. Allerdings versenden wir nicht direkt in solche Gebiete, da wir nicht gewährleisten können, daß die Sendung auch den Empfänger erreicht.

In unserem Online-Shop angebotene ballistische Platten sowie Komplettangebote mit Plattenträger oder Schutzweste, insbesondere ab Schutzklasse SK 4/NIJ IV (Hartballistik), können nur nach Übersendung entsprechender Verwendungsnachweise oder telefonischer Rücksprache, erworben werden. Wir behalten uns vor, potenzielle Erwerber ohne Angabe von Gründen abzulehnen.

Kein Versand von ballistischen Platten oder ballistischen Komplettangeboten ohne vorherige Absprachen per Telefon oder E-Mail! Kein internationaler Versand!

Schutzklassen


 

 

 

 

Schutzklassen in Deutschland*

 

In Deutschland wird nach folgenden Prüfrichtlinien getestet:

  • Allgemeine Richtlinie für ballistische Material-, Konstruktions -und Produktprüfungen der Vereinigung der Prüfstellen für angriffshemmende Materialien und Konstruktionen (VPAM) • VPAM – BSW 2006,
  • Prüfrichtlinie „Ballistische Schutzwesten“ der Vereinigung der Prüfstellen für angriffshemmende Materialien und Konstruktionen (VPAM)
  • VPAM – KDIW 2004, Prüfrichtlinie „Stich- und Schlagschutz“ der Vereinigung der Prüfstellen für angriffshemmende Materialien und Konstruktionen (VPAM)

 

Diese sind in der Technischen Richtlinie (TR) Ballistische Schutzwesten zusammengefasst.

 

Danach wird in folgende Schutzklassen unterteilt:

 

Ballistische Schutzwesten

 

  • SK L: Durchschusshemmend gegen Weichkerngeschosse, verschossen aus Pistolen im Kaliber 9 mm x 193 (VPAM – APR 2006, Prüfstufe 2)
  • SK 1: Durchschusshemmend gegen Weichkerngeschosse und Polizeigeschosse, verschossen aus Kurzwaffen (einschließlich Maschinenpistole) im Kaliber 9 mm x 19 (VPAM – APR 2006, Prüfstufe 3 und Sondermunition)
  • SK 2: Durchschusshemmend gegen Vollgeschosse (z. B. aus Kupfer oder Messing) oder Eisenkerngeschosse, verschossen aus Kurzwaffen einschließlich Maschinenpistolen (VPAM – APR 2006, Prüfstufe 5)
  • SK 3: Durchschusshemmend gegen Weichkerngeschosse, verschossen aus Langwaffen (VPAM – APR 2006, Prüfstufe 7)
  • SK 4: Durchschusshemmend gegen Hartkerngeschosse, verschossen aus Langwaffen. (VPAM – APR 2006, Prüfstufe 9)

 

 

Ballistische Schutzwesten mit Stichschutz (ST)

 

  • SK L ST: Durchschusshemmend gegen Weichkerngeschosse, verschossen aus Pistolen im Kaliber 9 mm x 19 und stichhemmend gegen Angriffe mit Messern (Klinge) (VPAM – APR 2006, Prüfstufe 2 und VPAM – KDIW 2004, Klasse K 1)
  • SK 1 ST: Durchschusshemmend gegen Weichkerngeschosse und Polizeigeschosse, verschossen aus Kurzwaffen (einschließlich Maschinenpistole) im Kaliber 9 mm x 19 und stichhemmend gegen Angriffe mit Messern (Klinge) (VPAM – APR 2006, Prüfstufe 3 und Sondermunition sowie VPAM – KDIW 2004, Klasse K 1)
  • SK 2, 3, 4: Durchschusshemmend entsprechend der o. a. Schutzklassen und weitgehend stichhemmend gegen Angriffe mit Messern (Klinge) und spitzen Gegenständen (z. B. Nadeln und Kanülen) aufgrund des harten Schutzanteils.

 

 

*[Quelle: Polizeitechnisches Institut (PTI) der Deutschen Hochschule der Polizei (DHPol) TR „Ballistische Schutzwesten“, Stand: März 2008, Revisionen: 10/2008 u. 09/2009]

 


 

 

Schutzklassen in den USA

 

 

In den USA wird die Ballistische Schutzklasse nach NIJ Standard 0101.06 des National Institute of Justice vergeben.

 

 

  • NIJ IIA: Schutz gegen Geschosse aus “üblichen” Faustfeuerwaffen (9mm FMJ/RN, .40S&W)
  • NIJ II: Schutz gegen Geschosse aus Faustfeuerwaffen (9mm FMJ, .357Mag SJSP)
  • NIJ IIIA: Schutz gegen Geschosse aus allen Faustfeuerwaffen und Maschinenpistolen (9mm FMJ/RN, .44 Mag SJHP)
  • NIJ III: Schutz gegen normale Geschosse aus Langwaffen (5.56×45 NATO M193, 7.62×51 NATO M80)
  • NIJ III+: Schutz gegen Stahlkern Geschosse aus Langwaffen (5.56×45 NATO M855, .30-06 JSP)
  • NIJ IV: Schutz gegen Hartkern-Geschosse aus Langwaffen (.30-06 M2 AP)

 

 

Beide Standards, die deutsche TR-Richtlinie und der amerikanische NIJ-Standard sind prinzipiell vergleichbar, weisen jedoch spezifische Besonderheiten auf, die im Einzelfall entscheidend sein können. Der amerikanische Standard ist auf alle Fälle der weltweit am häufigsten verwendete Standard. Dies hat sicher auch sprachliche Gründe, der Hauptgrund dürfte jedoch mit dem weltweiten Einsatzgebiet von US-Streitkräften sowie Ausbildung und Militärhilfe für verbündete Staaten durch amerikanische Behörden, Geheimdienste und Militär, zu tun haben.

 

 

 

Schutzklassen nach VPAM (Vereinigung der Prüfstellen für angriffshemmende Materialien und Konstruktionen)

 


 

VPAMEN 1063 EN 1522/23KaliberWaffenart/BeispielwaffeMunition u. GeschossartMasse (g)
Härte (HRC)
Minimale Schutzstärke
ballistischer Stahl
(mm)
VPAM 1B 1.22 LR/.22lfbKleinkalibergewehrL/RN2.6 ± 0.1
VPAM 2B 19 mm Luger/Para
9x18 Mak
Pistole
z.B. P226, Makarov
FMJ/RN/SC verzinnt8.0 ± 0.1
VPAM 3B 29 mm Luger/ParaMaschinenpistole
z.B. MP5, Stetschkin APS
FMJ/RN/SC verzinnt8.0 ± 0.1
VPAM 4B 3
B 4
.357 Mag
.44 Mag
Revolver
Revolver
FMJ/CB/SC
FMJ/FN/SC
10.2 ± 0.1
15.6 ± 0.1
VPAM 5B 4.357 MagRevolverFMs/CB7.1 ± 0.1
VPAM 6B 47.62x39Sturmgewehr
z.B. AK-47
FMJ/PB/FeC8.0 ± 0.1
Kern 3.6
VPAM 7B 5

B 6
.223 Rem (5.56x45 NATO)

.308 Win (7.62x51 NATO)
Sturmgewehr/MG
z,B. G36, M4, M249 SAW
Sturmgewehr/MG
z.B. FAL, G3, M240
FMJ/PB/SCP4.0 ± 0.1

9.55 ± 0.1
7.5
VPAM 8B 5/B 67.62x39
Sturmgewehr
z.B. AK-47
FMJ/PB/HCI7.7 ± 0.1
Kern 4.1
Härte 65
12.5
VPAM 9B 7.308 Win (7.62x51 NATO)Sturmgewehr/MG
z.B. FAL, G3, M240
FMJ/PB/HC9.45 ± 0.1
Kern 4.6
Härte 60
14.5
VPAM 10B 77.62x54RScharfschützengewehr/MG
z.B. SVD, PKM
FMJ/PB/HCI10.4 ± 0.1
Kern 5.3
Härte 63
18
VPAM 11B 7.308 Win (7.62x51 NATO)Sturmgewehr/MG
z.B. FAL, G3, M240
FMJ/PB/WC8.4 ± 0.1
Kern 5.9


VPAM 12B 7.308 Win (7.62x51 NATO)Sturmgewehr/MG
z.B. FAL, G3, M240
FMJ/PB/WC12.7 ± 0.1
Kern 5.58
Härte 1330 HV 10
VPAM 13B 7Cal.50 (12.7x99 NATO)MG, Anti-Materiel
z.B. M2, M82
FMJ/PB/HC43 ± 0.5
Kern 35.0
Härte 55 ± 2
VPAM 14B 714.5x114MG, Anti-Materiel, AA
z.B KPWT, ZPU, ZSU
FMJ/PB/HCI63.4 ± 0.5

 


 

Für genaue Details zu den einzelnen Prüfverfahren, Schutzklassen und Tabellen zu Geschossarten, Kaliber, Geschossenergie, sowie Gegenüberstellung bzw. Vergleiche der Schutzklassen usw. bitten wir aus Platzgründen im Internet zu recherchieren.

 

 

 

 

Material:

 

Ballistische Schutzplatten werden aus Stahl, Keramik, Siliciumcarbid (SiC) sowie aus dem Kunststoff Polythylen (PE) hergestellt.

Es gibt verschiedene Arten von Schutzplatten. Bei „normalen“ Schutzplatten ist ein zusätzlicher Schutz durch Weichballistik-Ausrüstung oder eine Schutzweste erforderlich, um die angegebene Schutzklasse zu erreichen. Eine „Stand Alone Platte“ kann im Gegensatz dazu auch ohne kugelsichere Weste oder ballistische Einlage verwendet werden und erreicht trotzdem die Schutzwirkung der Schutzklasse entsprechend.

 

 

 

 

 

 

Disclaimer: Die obigen Ausführungen dienen lediglich Ihrer Information und stellen insbesondere keine Rechtsbelehrung dar. Es wird kein Anspruch auf Vollständigkeit oder sachliche Richtigkeit gestellt: