Nachtsicht- & Wärmebildgeräte

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Nachtsichttechnik

Der Wunsch im Dunkeln sehen zu können, ist so alt wie die Menschheit und hat ihren Ursprung in der Angst des Menschen vor der Nacht mit ihren Gefahren durch Raubtiere, besonders jenen die nachtaktiv oder Dämmerungsjäger sind. Der Mensch tut sich schwer in der Dunkelheit, im Vergleich zu vielen Tieren wurde er von der Natur für die Dunkelheit nur unzureichend ausgerüstet. Er kann sich nur schlecht orientieren und auf Hindernisse und Gefahren nicht rechtzeitig reagieren. Die Geräusche des Waldes bei Nacht, besonders in den Tropen, wecken Urängste und nur das Feuer oder moderne Taschenlampen bieten halbwegs ein Gefühl der Sicherheit. Im Gegensatz zur heutigen Zeit mit ihrer hohen Lichtverschmutzung war es vor Erfindung der Elektrizität, insbesondere auf dem Lande, in mondlosen Nächten stockdunkel und man konnte die Hand vor Augen nicht sehen. In abgelegenen Dörfern auf dem afrikanischen Kontinent ist es auch heute noch eine Herausforderung und nicht unbedingt ratsam nach Einbruch der Dunkelheit zu Fuß ins nächste Dorf zu gehen…

Doch der Mensch ist erfinderisch und konnte seine Defizite im sensorischen Bereich durch Technik kompensieren. Heute dringt die Nachtsichttechnik in immer mehr zivile Gebiete vor und wird nicht nur bei der Jagd wichtiger.

 

Für die Verwendung von Nachtsichttechnik gibt es vielfältige Einsatzfelder. Die Nutzung umfasst neben der militärischen Anwendung folgende Bereiche:

 

  • Wildtierbeobachtung, insbesondere nachtaktive Raubtiere und Vögel sowie Fledermäuse.
  • Geologie/Vulkanologie.
  • Die Jagd im Ausland.
  • Die Jagd in Deutschland, soweit es waffenrechtlichen Bestimmungen des WaffG, die jagdlichen Bestimmungen des Bundesjagdgesetzes, insbesondere auch der jeweiligen Landesjagdgesetze, zulassen!
  • Privatdetektive und Sicherheitsfirmen nutzen die Technik zur Observation.
  • Polizei -und Zollbehörden verwenden Nachtsichttechnik für Ermittlungen bzw. zur Überwachung von Veranstaltungen, auch vom Hubschrauber aus.
  • Überwachung von gewerblichen, militärischen oder privaten Objekten aller Art.
  • Waldbrandbekämpfung/Prävention (aufspüren von Glutnestern aus der Luft)
  • Katastropheneinsätze nach Erdbeben, Suche nach Vermissten, Bergrettung und Seenotrettung
  • Bauwesen (z.B. Dichtheitsprüfung von Gebäuden)

 

 

 

Weitere Informationen

 

Entwicklung

 

Wie so oft in der Technikgeschichte ist der Krieg eine maßgebliche Triebfeder für Innovationen, die dann später auch im zivilen Bereich Anwendung und Verbreitung finden. So wurden die ersten Nachtsichtgeräte bereits im 2. Weltkrieg von gepanzerten Fahrzeugen der Wehrmacht aus eingesetzt (1943/44), in Verbindung mit Schusswaffen (StG 44) ab Ende 1944 mit dem Zielgerät ZG 1229 „Vampir“.  Ähnliche Geräte wurden auch von U.S. Truppen während des 2. Weltkrieges in begrenzter Zahl getestet und dann in Korea (1950-53) eingesetzt.  In Vietnam kam es dann zum regulären Einsatz von passiver Nachtsichttechnik auf Schusswaffen in Form des AN/PVS-1/2 „Starlight Scope“ auf M14 bzw. M16 und Varianten.

Aufgrund ihrer Größe und Gewicht kommen die modernsten, leistungsfähigsten und auch kostspieligsten Geräte nach wie vor in Militärfahrzeugen, Kampfflugzeugen und Schiffen zum Einsatz. Die Nachtsicht-Video-Aufnahmen von „Apache“ Kampfhubschraubern oder Drohnen die aus mehreren Kilometern Entfernung im Irak oder Afghanistan, nichtsahnende “Feindliche Kämpfer“ oder auch Hochzeitsgesellschaften auslöschen, sind hinreichend bekannt und zeigen die Grenzen der Technologie auf. Moderne Kampfflugzeuge sind mit FLIR-Sensoren (Foward Looking Infra Red) ausgerüstet um bei jedem Wetter und vor allem Nachts ihre Waffen zum Einsatz zu bringen. Die Entwicklung von tragbaren Geräten für Spezialeinheiten, Hubschrauberpiloten, Fahrzeugführer usw. sind inzwischen soweit fortgeschritten, dass die Geräte immer leichter und kleiner werden und ihre Leistungsfähigkeit im Hinblick auf Bildqualität, Belastbarkeit und Akku-Laufzeit stetige Verbesserung erfahren.

Die Nachtsichttechnik wird nach Generationen (GEN I-IV) klassifiziert. Inzwischen gibt es die Generationen I bis IV, wobei die Generation I nach wie vor erfolgreich auf dem Markt ist und die Generation IV sich teilweise noch in der Entwicklung befindet. Es gibt unterschiedliche Meinungen wo Geräte der Generation III enden und die Generation IV beginnt. Nachtsichttechnik der IV. Generation wird wohl auf absehbare Zeit auch nicht im privaten Bereich zur Anwendung gelangen. Schon die Generation III wird fast ausschließlich vom Militär und Behörden oder großen Unternehmen verwendet und ist für den privaten Sektor im Normalfall auch zu kostspielig. Im Prinzip werden alle Generationen parallel verwendet, wobei der neueste Stand der Technik jeweils nur dem Militär vorbehalten ist, ähnlich wie bei der Lasertechnik und in anderen Technikfeldern.

Technik

Auf die genauen physikalisch/optischen Prozesse gehen wir hier nicht näher ein und verweisen auf das Internet bzw. einschlägige Publikationen.

Begriffe wie Nachtsichtgerät (passiv/aktiv), Wärmebildgerät, Infrarot (IR)-Aufheller, Infrarot-Strahler, Restlichtverstärker usw. bedürfen jedoch der Erklärung

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Grundlegende Funktionsprinzipien:

  • Das Restlicht aus der Umgebung wird verstärkt (Restlichtverstärker = passives Nachtsichtgerät).
  • Die Umgebung oder bestimmte Objekte von Interesse werden aktiv mit einer IR-Quelle angestrahlt (beleuchtet) und die reflektierte IR-Strahlung macht die Objekte/Umgebung sichtbar (IR-Aufheller/Strahler = aktives Nachtsichtgerät).
  • Die Wärmeabstrahlung eines Objektes bzw. die Unterschiede in der Wärmeabstrahlung von Objekten und ihrer Umgebung werden sichtbar gemacht (Wärmebildgerät).

 

Die Nachtsichttechnik wird in Generationen (GEN I-IV) eingeteilt und die Generationen unterscheiden sich hinsichtlich der verbauten Technik und dem Preis. Grundsätzlich wird unterschieden in Röhrentechnologie und Digitaltechnologie. Wobei die jüngere Digitaltechnologie nicht in allen Bereichen stärker abschneidet! Die Bildwandler-Röhre hat weiterhin die bessere Schärfe und Bildleistung. GEN I-Geräte verstärken das vorhandene Licht mit Hilfe einer Bildwandler-Röhre 1000-8000-fach, die GEN II verfügt über eine sogenannte Microkanalplatte, welche die einfallenden Photonen vervielfacht und dadurch eine bis zu 20.000-fache Verstärkung erreicht. Nachtsichttechnik der III. Generation ist in der Lage bis zu 50.000-fach zu verstärken. Die IV. Generation verwendet spezielle CCD-Sensoren, ähnlich wie sie auch in modernen Digitalkameras verbaut werden, nur wesentlich leistungsfähiger. Dazu kommen Hochleistungs-Prozessoren zur Bildverarbeitung. Andere Ansätze nutzen das Frequenzband der Millimeterwellen. Ziel der Entwicklung ist sicherlich, farbige, naturgetreue Bilder zu erzeugen und – auch wenn das gern dementiert wird, durch Wände zu sehen.

  • Röhren-Nachtsichtgeräte sind Restlichtverstärker und nutzen eine Bildwandler-Röhre, sie sind damit passive Nachtsichtgeräte. In Verbindung mit einem IR-Strahler/Beleuchter sind sie aktive Nachtsichtgeräte.
  • Digital-Nachtsichtgeräte arbeiten mit Fotosensoren, ähnlich der von Digitalkameras und elektronischer Bildverarbeitung. Sie können ebenfalls mit einer aktiven IR-Quelle verstärkt werden.
  • Wärmebildgeräte nutzen die Unterschiede in der Wärmeabstrahlung von Objekten, Lebewesen und ihrer Umgebung.

 

Aus dem Funktionsprinzip ergeben sich bestimmte Eigenschaften mit Vor- und Nachteilen, die man gegeneinander abwägen muss.

 

Restlichtverstärker = passives Nachtsichtgerät


Vorteile:

  • Geringe Größe und Gewicht und deshalb als Nachtsichtbrillen für Soldaten, Piloten, Fahrzeugführer usw. sowie als Zielfernrohrvorsätze auf Waffen gut geeignet.
  • Geringer Stromverbrauch, weil nicht aktiv.
  • Bei militärischer Anwendung keine Aufklärung durch den Gegner, da nicht aktiv.

Nachteile:

  • Geringe Reichweite von etwa 50 m.
  • Geringere Lebensdauer (Betriebsstunden)
  • Bei schlechter Sicht durch Staub, Nebel, Regen oder Schnee ungeeignet.
  • Empfindlich gegenüber plötzlich auftretenden Lichtquellen wie Scheinwerfer, Mündungsfeuer oder Blendgranaten etc.
  • Bei völliger Dunkelheit und fehlenden Lichtquellen (Mond, Sterne, künstliche Lichtquellen) nicht verwendbar.
  • Nicht tageslichtsicher.

 

 

IR-Aufheller/Strahler = aktives Nachtsichtgerät


Vorteile:

  • Einsatz auch bei völliger Dunkelheit.
  • Größere Reichweite.
  • sehr gute Abbildung von Details, wie Ästen, Blättern, Gras usw.
  • Aufgrund der Detailgenauigkeit ist das sichere Ansprechen bei der Jagd möglich.
  • Bei militärischer Anwendung können Details sicherer aufgeklärt werden.

Nachteile:

  • Erfassen/Auffinden von Objekten oder Lebewesen ist wesentlich schwerer als mit Wärmebildgeräten bei denen die Wärmesignatur ausgenutzt wird..
  • Diese Geräte verbrauchen mehr Energie, da sie eine aktive Lichtquelle abstrahlen, somit sind sie meist auch größer und schwerer und man benötigt weitere Akkus für einen sicheren Betrieb.
  • Teurer in der Anschaffung und Unterhaltung.
  • Geringere Lebensdauer (Betriebsstunden)
  • Nicht tageslichtsicher.
  • Bei militärischer Anwendung kann die aktive IR-Quelle vom Gegner aufgeklärt werden.
  • Bei der Jagd können Wildarten, die für bestimmte IR-Wellenlängen empfänglich sind geblendet werden oder die Anwesenheit des Jägers bemerken.

 

 

Wärmebildgerät


Vorteile:

  • Tageslichtsicher.
  • Einsatz auch bei schlechten Lichtverhältnissen wie Staub, Nebel, Regen oder Schnee.
  • Große Reichweite.
  • Lange Lebensdauer (Betriebsstunden)
  • Einsatz bei völliger Dunkelheit ohne zusätzliche Lichtquelle oder auch am Tage.
  • Keine Abstrahlung von IR-Quellen, welche für manche Wildarten in bestimmten Wellenlängen sichtbar sein können.
  • Der Benutzer bleibt unerkannt (Militär/Behörden/Privatdetektive)
  • Da die Wärmeabstrahlung von Lebewesen oder auch Technik (Motoren, Generatoren, Radaranlagen) im Gegensatz zu ihrer Umgebung sichtbar gemacht wird, sind diese auch hinter leichten Deckungen wie Tarnnetzen, Zelten oder hohem Gras und Gebüsch, wenn es nicht zu dicht ist, sichtbar. Dies gilt besonders auch für die Jagd, das schnelle Erkennen des Wildes in Wald und Flur schon auf große Entfernungen.
  • Sehr schnelle Erfassung von warmen Objekten da diese sich sofort von der kühleren Umgebung abheben, sobald sie ins Bild kommen.
  • Wärmebildgeräte ermöglichen es auch Wärmespuren zu deuten, man kann erkennen ob ein Lebewesen kürzlich an einer bestimmten Stelle gelegen hat oder ein Fahrzeug vor kurzem bewegt wurde usw.

Nachteile:

  • Bild-Qualität, Detailtiefe und schnelle Sichtbarkeit von Objekten abhängig von der Umgebungstemperatur und Luftfeuchtigkeit (Im Winter bei Frost sind warmblütige Lebewesen besonders gut sichtbar, Panzer die im heißen Wüstensand stehen dagegen eher weniger gut).
  • Hohe Anschaffungskosten.
  • Hoher Energieverbrauch.
  • Details von Objekten mit geringer oder ohne Wärmesignatur sind schwer zu Erkennen.
  • Schlechtere Entfernungsschätzung und räumliche Orientierung.
  • Gras, Zweige oder Blätter zeichnen sich unter Umständen nicht vor dem Wild als Hindernis ab und behindern die sichere Schussabgabe.
  • Das Ansprechen von Schwarzwild (Geschlecht, Alter) oder Geweihen bei Rehwild und Rotwild ist erschwert oder unmöglich.

 

Achtung! Diese Anmerkungen dienen nur ihrer groben Orientierung, kein Anspruch auf Vollständigkeit.

Hinweise zum Einsatz von Nachtsichttechnik in Deutschland

 

Für den Anwender in Deutschland spielen vor allem rechtliche (Waffenrecht und Jagdrecht) Fragen eine wichtige Rolle. So muss man unterscheiden zwischen tragbaren Geräten:

  • zur Beobachtung, die keine Vorrichtungen zur Montage auf Waffen besitzen, sogenannte „dual-use“ Geräte, die auf Stative, Spektive, Kameras, Camcorder usw. montiert werden können. Diese sind nicht vom WaffG erfasst und können von jedermann erworben werden. Erst wenn diese Geräte durch zusätzliche Adapter oder Montagevorrichtungen an Schusswaffen oder deren Zieloptiken befestigt werden, fallen sie unter das WaffG und sind dann weiterhin verboten, für Jäger jedoch grundsätzlich (Bundes -und Landesjagdgesetze beachten!) erlaubt.
  • die nur für die Montage auf Schusswaffen vorgesehen sind (single-use). Diese Nachtsicht/Wärmebildgeräte sind Vorsatz oder -Aufsatzgeräte, welche zusätzlich zu einer vorhandenen Tageslicht-Optik (Zielfernrohr) auf der Waffe montiert werden können – dabei spielt es keine Rolle, ob das Gerät vor oder hinter der Zieloptik angebracht wird. Für Jäger grundsätzlich erlaubt (Bundes -und Landesjagdgesetze beachten!). Diese unterscheiden sich von reinen Nachtzielgeräten, welche für zivile Anwendungen verboten sind.
  • Nachtzielgeräte, die von vornherein für den Einsatz auf Schusswaffen konzipiert worden sind und bei denen die Zieloptik direkt nachtsichtfähig ist bzw. das Nachtsichtgerät über ein Absehen verfügt. Der Umgang mit Nachtzielgeräten ist für Militär und Behörden reserviert und bleibt weiterhin für alle zivilen Anwendungen verboten, auch für die Jagd.

 

 

Generell gilt laut Waffengesetz weiterhin, das die direkte Beleuchtung des Zieles von Schusswaffen aus, verboten ist. Deshalb ist bereits die Montage von einfachen Taschenlampen an Schusswaffen verboten. Dies gilt dann auch für IR-Aufheller (aktive Nachtsichtgeräte) als aktive Lichtquelle. Fest verbaute IR-Aufheller bleiben weiterhin verboten, aber auch zu/abschaltbare IR-Aufheller, deshalb deaktivieren einige Hersteller diese Möglichkeit werksmäßig für den deutschen Markt.

Im Zuge der 3. Änderung des WaffG zum 20.02.2020 (Inkrafttreten bestimmter Änderungen am 01.09.2020) ist nun der Umgang mit Nachtsichttechnik (ohne aktive IR-Strahler), welche auf Schusswaffen montiert werden kann, für Jäger erlaubt.

Umgang bedeutet waffenrechtlich für Jäger: Erwerb, Besitz, Überlassen, Führen, Verbringen, Mitnahme und Verwendung. Die Verwendung bei der Jagd wird jedoch durch das Bundesjagdgesetz bzw. eigentlich durch die Landesjagdgesetze der einzelnen Bundesländer geregelt und dies, wie man sich denken konnte, nicht einheitlich. Hier ist es notwendig, sich immer aktuell zu informieren um auf dem neusten rechtlichen Stand zu sein.

Waffenrechtliche Neu-Regelung § 40 Absatz 3 Satz 4 „Inhaber eines gültigen Jagdscheins im Sinne von § 15 Absatz 2 Satz 1 des Bundesjagdgesetzes dürfen abweichend von § 2 Absatz 3 für jagdliche Zwecke Umgang mit Nachtsichtvorsätzen und Nachtsichtaufsätzen nach Anlage 2 Abschnitt 1 Nummer 1.2.4.2 haben. Jagdrechtliche Verbote oder Beschränkungen der Nutzung von Nachtsichtvorsatzgeräten und Nachtsichtaufsätzen bleiben unberührt.“

„Die vorstehende waffenrechtliche Befreiung / Privilegierung für Inhaber eines gültigen Jagdscheins im Sinne von § 15 Absatz 2 Satz 1 des Bundesjagdgesetzes… ändert grundsätzlich nicht das weiterhin bestehende waffenrechtliche Verbot für Nachtsichtgeräte und Nachtzielgeräte mit Montagevorrichtung für Schusswaffen sowie für Nachtsichtvorsätze und Nachtsichtaufsätze für Zielhilfsmittel (z. B. Zielfernrohre).“

(Zitat: Bundeskriminalamt (BKA) „Merkblatt zu Nachtsichtvor -und Nachtsichtaufsätzen „)

PDF BKA-Merkblatt: BKAMerkblattNachtsichtvor_aufsatzgeraete

 


 

Des Weiteren geben wir hier einen Auszug aus dem Merkblatt zum 3. Waffenänderungsgesetzes des Forum Waffenrecht e.V. wieder, der sich mit den rechtlichen Vorrausetzungen für den Einsatz von Nachtsichttechnik bei der Jagd befasst (Quelle: Internetseite Forum Waffenrecht e.V., https://www.fwr.de/news/?no_cache=1, 06.12.2020)

Zitat:

  • „Dürfen Jäger jetzt Nachtsichtgeräte erwerben? Das Umgangsverbot hinsichtlich Nachtsichtvorsatz- und Nachtsichtaufsatzgeräte ist für Jäger aufgehoben. Händler dürfen diese verkaufen. Dies gilt auch für Geräte, die Wärmebildtechnik verwenden. Unter Umgang versteht der Gesetzgeber in Hinblick auf Jäger: Erwerb, Besitz, Überlassen, Führen, Verbringen, Mitnahme und Verwendung. Echte Nachtzielgeräte, die ein eigenes Absehen haben und statt eines Zielfernrohrs verwendet werden, bleiben auch für Jäger verboten.
  • Was ist mit Infrarot-Aufhellern? Alles, was das Ziel beleuchtet, ist weiterhin verboten. Infrarot-Aufheller (IR-Aufheller) gehören dazu. Dies gilt ebenso für in das Gerät integrierte Infrarotstrahler, auch wenn diese bei der Verwendung ausgeschaltet bleiben. Im Zuge der geplanten Änderung des Bundesjagdgesetzes setzt sich der DJV für eine entsprechende Ergänzung des Waffengesetzes ein.
  • Dürfen Jäger Nachtsichtvorsatz- und Nachtsichtaufsatzgeräte jetzt uneingeschränkt verwenden? Nein. Jäger dürfen diese jetzt zwar erwerben und besitzen, weil das waffenrechtliche Verbot aufgehoben wurde. Zu beachten sind aber mögliche jagdrechtlichen Verbote. Dazu gehört beispielsweise das Nachtjagdverbot im Bundesjagdgesetz. Auch ist Nachtzieltechnik nach dem Bundesjagdgesetz nach wie vor verboten. Im Moment erlauben lediglich Baden-Württemberg, Berlin, Brandenburg, Hessen, Mecklenburg-Vorpommern, Rheinland-Pfalz, das Saarland, Sachsen und Sachsen-Anhalt den Einsatz von Nachtsichttechnik bei der Jagd. In Bayern gelten zeitlich begrenzte Sonderregelungen. Bei der geplanten Änderung des Bundesjagdgesetzes soll das sachliche Verbot (in Bezug auf Schwarzwild) jedoch aufgehoben werden.
  • Müssen Vor- und Aufsatzgeräte für Nachtsicht in die Waffenbesitzkarte eingetragen werden? Werden sie erlaubnispflichtig? Das Bundeskriminalamt hat ein Merkblatt (siehe oben) zu den Vorsatz- und Aufsatzgeräten veröffentlicht. Nach einer ergänzenden Auskunft des Bundesinnenministeriums bleiben zum einen die Geräte, die bisher frei verkauft werden konnten (weil sie außer an Zielfernrohre auch an andere Geräte wie Spektive oder Kameras angebaut werden können – sogenannte „dual-use“-Geräte), auch weiterhin erlaubnisfrei. Das heißt: Sie müssen nicht in die Waffenbesitzkarte eingetragen werden. Nach Mitteilung durch das Bundesinnenministerium gilt dies auch für die Geräte, die zwar über kein eigenes Absehen verfügen, aber über eine Montagevorrichtung für Schusswaffen (nach dem Merkblatt des BKA „Single-use-Geräte“). Diese Geräte fallen zwar unter das waffenrechtliche Verbot, aber Jäger dürfen Umgang damit haben (d.h. sie erwerben, besitzen, führen und im Rahmen der jagdrechtlichen Vorschriften verwenden). Die Sondervorschrift des § 40 Absatz 3 Waffengesetz führt auch dazu, dass Jäger auch diese Geräte ohne Voreintrag erwerben und besitzen dürfen und dass sie nicht in die Waffenbesitzkarte eingetragen werden müssen.
  • Müssen Nachtsichtvorsatz- und Nachtsichtaufsatzgeräte im Waffenschrank aufbewahrt werden? Nach Auskunft des Bundesinnenministeriums und dem Merkblatt des BKA gelten für die „Dual-use-Geräte“ keine besonderen Aufbewahrungspflichten, solange sie nicht auf der Waffe montiert sind. Erst dann werden sie zum waffenrechtlich relevanten (und an sich verbotenen) Gegenstand. Das heißt, dass das Gerät nicht in einem Waffenschrank aufbewahrt werden muss. Nur wenn es auf der Waffe montiert ist, gelten auch die Aufbewahrungsvorschriften des Waffengesetzes und der AWaffV – und zwar die für einen verbotenen Gegenstand, d.h. mindestens ein Schrank der Stufe 0 nach DIN/EN 1143-1. Hier gibt es die Besonderheit, dass der Bestandsschutz nach § 36 Abs. 4 WaffG nur für die Waffe selbst gilt, nicht für das Nachtsichtgerät. Wenn das Gerät auf der Waffe montiert ist, reicht der A- oder B-Schrank also nicht aus! Ist das (Dual-use) Gerät nicht montiert, darf die Waffe in den bestandsgeschützen A- oder B-Schrank und das Dual-use-Nachtsichtgerät muss gar nicht in einen bestimmten Schrank. Geräte, die eine Montagevorrichtung besitzen (nach BKA-Merkblatt „Single-use“) sind nach wie vor verbotene Gegenstände, für die auch die entsprechenden Aufbewahrungsvorschriften gelten – auch wenn Jäger nunmehr diese Geräte besitzen und verwenden dürfen. Der Bestandsschutz für alte A- und B-Schränke gilt nach dieser Auffassung ebenfalls nicht. Zumindest für das Gerät ist also ein Schrank der Stufe 0 zu verwenden.
  • Was ist zu beachten, wenn am Wohnort die Jagd mit Vor- und Aufsatzgeräten für Nachtsicht und Wärmebild noch verboten ist, am Ort der Jagdmöglichkeit aber erlaubt? Für Jäger gilt das waffenrechtliche Verbot nicht mehr. Das heißt, sie dürfen diese Geräte erwerben, besitzen und selbstverständlich auch damit zum Revier fahren. Lediglich beim jagdlichen Einsatz gelten die jagdrechtlichen Bestimmungen vor Ort. Wenn der Einsatz von Nachtzieltechnik im jeweiligen Bundesland verboten ist, ist das Verbot zu beachten.“

 

Achtung! Die hier zusammengefassten Anmerkungen dienen nur ihrer Information und stellen insbesondere keine Rechtsberatung dar. 

Einsatz der Nachtsichttechnik

Da der Schwerpunkt unseres Shops im Bereich Waffen und Outdoor liegt gehen wir hier auf die Nutzung von Nachtsichttechnik bei der Jagd und während der Freizeitgestaltung in der Natur ein. Andere Einsatzgebiete finden sie auf der Kategorie-Seite im Einführungstext.

Nachtsichttechnik wird für die Jagdausübung immer wichtiger, zum Beispiel zur Verhinderung der Ausbreitung der Afrikanischen Schweinepest aktuell. Die Aufhebung des Umgangsverbotes durch das 3. Waffenrechtsänderungsgesetzes für Jäger ist hier richtungsweisend auch wenn die Verwendung von IR-Aufhellern oder reinen Nachtziel-Optiken weiterhin verboten bleibt und auch jagdrechtliche Hindernisse bestehen.

Es versteht sich von selbst, dass Geräte die tragbar sein sollen und vor allem Geräte, welche für den Einsatz auf Schusswaffen vorgesehen sind, so klein wie möglich und nur so schwer wie unbedingt nötig, sein sollten. Für eine vernünftige Handhabung der Waffe kommt es auch auf Gewicht und Schwerpunkt an, somit können große Zieloptiken mit Vorsatzgeräten störend sein. Hier kommt es auf individuelle Zusammenstellungen von Waffe/Optik/Nachtsichtvorsatz an. Da können die Meinungen und persönlichen Präferenzen auseinander gehen. Das gleiche gilt für die Art (Funktionsprinzip) der verwendeten Nachtsichttechnik.

 

Wärmebildtechnik vs. Nachtsichttechnik

Für die schnelle Erfassung des Wildes bei der Jagd sind Wärmebildgeräte Aufgrund ihres Funktionsprinzips, welches die Wärmeabstrahlung von Lebewesen gegenüber ihrer kühleren Umgebung ausnutzt, die erste Wahl. Sie können in der Hand gehalten werden wie ein Fernglas oder bequem auf einem Stativ als Spektiv, in binokularer oder monokularer Bauweise. Anders sieht es mit Wärmebildtechnik auf der Waffe aus. Hier kann in der Praxis die Verwendung von Wärmebildtechnik auch eindeutige Nachteile bzw. Herausforderungen mit sich bringen. Objekte der Umgebung, wie Äste, Zweige, Blätter oder Gras werden von Wärmebildtechnik (abhängig von Lufttemperatur und Luftfeuchtigkeit) nicht so scharf und detailreich abgebildet wie von Nachtsichtgeräten mit Röhren -oder Bild-Sensor-Technik. Wenn man Hindernisse nicht richtig erkennt ist eine Schussabgabe unter Umständen riskant, eine Ablenkung des Geschosses kann den Jagderfolg zu Nichte machen und das Wild unnötig verletzen. Das richtige Ansprechen des Wildes, für den Jäger grundlegend, ist eventuell nicht eindeutig möglich, wenn man z.B. beim Schwarzwild, Aufgrund mangelnder Details, Alter und Geschlecht, Bachen von Keilern nicht unterscheiden kann. Wärmebildgeräte können auch relativ stark auf veränderte Luftfeuchtigkeit reagieren, so dass der Bildhintergrund (Waldrand beispielsweise) auch mal ganz verschwindet. Dies ist zwar unerheblich für das schnelle Erkennen des Wildes, es kann aber die Orientierung im Revier, die räumliche Wahrnehmung und die Entfernungsbestimmung, beeinträchtigen. Trotzdem punktet Wärmebildtechnik wegen der sehr schnellen Erfassung von Lebewesen oder anderer Wärmequellen gegenüber der Umgebung/Hintergrund. Zudem ist sie tageslichtsicher und unempfindlich gegen plötzlich auftretende starke Lichtquellen wie Autoscheinwerfer, welche unvermittelt auftauchen können. Der Einsatz am Tage kann sinnvoll sein, wenn die Umgebung sehr kalt (Eis und Schnee) und eintönig ist und das Wild eine sehr gute Tarnung besitzt, die sich von der Umgebung nicht unterscheidet (Schneehase, Schneehuhn, Polarfuchs usw.). Bei Schnee und Eis, sowie eintönigen Landschaften, haben sich Wildtiere ihrer Umgebung oft sehr gut angepasst und ihre Fellfarbe entspricht weitgehend der Farbtöne ihrer Umgebung, so das die Wärmesignatur, besonders wenn die Tiere lange an einer Stelle verharren, der einzige Indikator ihrer Anwesenheit ist.

Im Prinzip ist aktive Nachtsichttechnik, welche das Ziel beleuchtet die Technik mit der detailreichsten und schärfsten Abbildung der Umgebung bei Nacht. Einzelheiten sind sehr gut sichtbar und besser zu identifizieren als mit Wärmebildtechnik, die zwar Lebewesen sofort prominent erkennen lässt, aber Details oft nur unzureichend darstellt. Doch der Einsatz von aktiven IR-Beleuchtern ist in Deutschland weiterhin verboten und damit bleiben zur Wahl, passive Nachtsichtgeräte mit Bildwandler-Röhren, passive Nachtsichtgeräte mit digitaler Sensortechnik und Wärmebildgeräte. Passive Nachtsichtgeräte mit Röhrentechnik, müssen jedoch schon von hoher Qualität sein, um auf vernünftige Entfernungen gute Bilder zu liefern. Reine Restlichtverstärker sollten große Objektiv-Öffnungen besitzen, um genügend Licht einzufangen, das verstärkt werden kann. Die Bildwandler-Röhre sollte von hoher Güte und Leistungsfähigkeit sein damit das wenige vorhandene Licht bis zu 50000-fach verstärkt werden kann. Digitale sensorgestützte Nachtsichtgeräte haben den Vorteil, dass sie ähnlich wie Wärmebildgeräte unempfindlicher gegen Tageslicht sind, sie können gefahrlos in der Dämmerungszeit eingesetzt werden, während man sich bei der Röhrentechnik sehr vorsehen muss damit man nicht den richtigen Zeitpunkt zum Abschalten verpasst.

 

Röhren/Sensoren

Grundsätzlich sollte man nur Geräte von Herstellern kaufen, die in einem Datenblatt ausdrücklich die im Gerät verbaute Röhre mit ihren Leistungsparametern benennen. Hohe Qualität und Leistung der Röhre sind entscheidend für die Güte des Gerätes. Für Bild-Sensoren bei digitalen Geräten gilt das gleiche. Die Entwicklung schreitet rasant voran und man muss sich informieren welche Systeme gerade den Stand der Technik widerspiegeln.

 

Vorsatzgerät vs. Aufsatzgerät (Okulargerät)

Die überwiegende Mehrzahl der Nachtsichtgeräte/Wärmebildgeräte sind Vorsatzgeräte. Okularlösungen haben einfach schon von vornherein den baulichen Nachteil, dass sie sich hinter dem Zielfernrohr befinden und das Licht somit erst das Zielfernrohr mit seinen Linsen und inneren Aufbau durchdringen muss. Somit sind Okulargeräte lichtschwächer als vergleichbare Vorsatzgeräte und der Lichteinfall hängt auch noch vom Objektivdurchmesser und der optischen Qualität des verwendeten Vorsatzgerätes und des Zielfernrohres ab. Zudem würde sich beim Anbau hinter das Zielfernrohr der gewohnte Augenabstand und somit der gesamte Anschlag der Waffe ändern. Somit ist man gezwungen das Tageslicht-ZF weiter vorn anzubringen, was auch von der verwendeten Montage abhängt und nicht in jedem Fall möglich ist.

 

Objektivdurchmesser:

Je größer der Objektivdurchmesser, desto mehr Licht kann die Linse einfangen und das Gerät zur Verstärkung und Abbildung bringen. Jedoch muss das Objektiv auch von einer entsprechenden Qualität, d.h. lichtstark sein. Hier spielt wie in der Fotografie die F-Zahl eine Rolle, je kleiner diese ist, desto lichtstärker das Objektiv (F/1.0 ist der Idealfall).

 

Reichweite:

Die Reichweite ist wichtig aber nicht jeder Anwendungsbereich erfordert die Sicht auf große Entfernungen. Daher ist es grundlegend sich klar zu machen, in welchem Entfernungsbereich man das Gerät hauptsächlich einsetzen möchte und dementsprechend muss man auswählen. Hohe Reichweite hat auch einen höheren Preis zur Folge. Für schnelles Erfassen von Lebewesen, auch auf große Entfernungen, sind Wärmebildgeräte am besten geeignet, hier können auch günstige Geräte ausreichend sein

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Zoom:

Ein Optischer Zoom vergrößert die Reichweite und man kann Details besser in den Fokus rücken , digitaler Zoom kann die Reichweite noch einmal vergrößern, verschlechtert aber die Abbildungsqualität, da die zusätzlichen Bildpunkte künstlich berechnet und zwischen die vorhandenen Pixel gesetzt werden, sie sehen also nur die halbe „Wahrheit“. Und natürlich verkleinert sich beim Einsatz des Zoomfaktors der Bildausschnitt (Sehfeld) entsprechend der Vergrößerung. Prinzipiell sollte man optische Vergrößerung in Verbindung mit großem Objektivdurchmesser und hoher Lichtstärke, dem digitalen Zoom vorziehen. Als Ergänzung schadet er aber auch nicht.

 

Akkulaufzeit:

Eine lange Akkulaufzeit ist in der Natur wichtig, schnell sind bei der Beobachtung von Tieren oder bei der Observation von Personen ein paar Stunden um. Bei Beobachtung von Fahrzeugen aus, ist die Verwendung eines Ladekabels sehr hilfreich. Akkus sind aus Umweltschutzgründen Batterien vorzuziehen, in entlegenen Gegenden müsste man zudem einen größeren Vorrat an Batterien mitführen.

 

Gewicht, Größe:

Die Miniaturisierung schreitet immer weiter voran und insbesondere Nachtsichtbrillen werden leichter, was den Tragekomfort erhöht. Im privaten Bereich kann man auf Helme verzichten, bei professionellen Anwendungen müssen Nachtsichtbrillen meist in Verbindung mit Helmen getragen werden, was eine zusätzliche Belastung bedeutet. Tragbare Beobachtungsgeräte, die man auf Stative montieren kann, werden wie Spektive verwendet und können etwas größer und schwerer sein als solche die man gern bei sich tragen und wie Ferngläser verwenden möchte. Nachtsichttechnik, die bei der Jagd auf der Waffe verwendet wird, muss schon sehr leicht und kompakt sein, dies gilt natürlich um so mehr bei Militär und Polizei, weshalb die militärische Nachtsichttechnik zumeist die modernste, leistungsstärkste, leichteste, kompakteste und somit auch kostspieligste Technik darstellt.

In der Vergangenheit waren Nachtsichtgeräte auf Handfeuerwaffen nur dem Militär vorbehalten. Diese Geräte waren sehr „sperrig“, das gilt insbesondere für aktive Nachtsichtgeräte mit IR-Strahlern, die so groß wie Auto-Scheinwerfer waren. Auch passive Nachtsichtgeräte (wie das Starlight-Scope) waren im Vergleich zur Waffe überdimensioniert und unhandlich, da sie eine möglichst große Objektivöffnung benötigten und die Röhren-Technik noch sehr groß und schwer war. Da ist man heute weiter, IR-Aufheller/Beleuchter haben die Kompaktheit von LED-Taschenlampen. In Deutschland ist aktive Zielbeleuchtung allerdings bisher für die Jagd verboten. Passive Nachtsichttechnik, die auf digitaler Bild-Sensor-Basis funktioniert, ist hier eine Alternative und kann Aufgrund der Digital-Technik ebenfalls sehr kompakt, leicht und leistungsfähig sein, entscheidend ist hier die Qualität und Leistung des verbauten Bild-Sensors. Die andere Alternative ist die Wärmebildtechnik, welche ebenfalls immer weiter miniaturisiert wird.

 

Robustheit:

Der Einsatz unter verschiedenen klimatischen Bedingungen, die Empfindlichkeit gegenüber Staub, Feuchtigkeit, hohen oder niedrigen Temperaturen, sind alles Faktoren die die Wahl des Gerätes beeinflussen. Alltagstauglichkeit zeigt sich leider erst beim Einsatz, allerdings kann man bestimmte böse Überraschungen vermeiden, wenn man z.B. auf die entsprechende Zertifizierung des Produktes für Wasser -und Staubdichtigkeit achtet.

 

Anschaffungskosten vs. Nutzung:

Hohe Leistungsfähigkeit in Verbindung mit kompakter Bauweise, geringem Gewicht und langer Akku-Laufzeit steht leider in direktem proportionalem Verhältnis zum Preis. Deshalb sollte man genau wissen wie man Nachtsichttechnik einsetzten möchte.

Ein paar Beispiele:

Wer regelmäßig Süd -oder Ost-Afrika bereist und sich hauptsächlich für Wildtiere und Natur interessiert und schon immer gern die nachtaktiven Tiere, deren Spuren man regelmäßig am Morgen um das Zelt herum findet, sehen möchte, für den ist eine günstige Wärmebildkamera zur schnellen Identifikation perfekt geeignet. Das Nachtleben in der Savanne beginnt mit Einbruch der Dunkelheit (ca 18:30 Uhr) und endet gegen 06:00 Uhr. Selbst der Gang zur Toilette kann eine Herausforderung sein, das Herumleuchten mit der Taschenlampe gibt da nur begrenzt einen Sicherheitsgewinn. Mit einem Wärmebildgerät erkennt man sofort die Anwesenheit von Lebewesen auf weite Entfernungen und man sieht mit Sicherheit Tiere, die einem am Tage völlig entgehen, weil sie nachtaktiv sind oder sich nur nachts in die Nähe von Menschen wagen. Einen Leoparden zu sehen gehört zu den Highlights einer jeden Safari. Mit einem Wärmebildgerät kann man gezielt die Umgebung absuchen und Tiere, die wie der Leopard häufig in Bäumen sitzen, sind schon am Tage oft schwer zu finden (nachts ohnehin nicht), mit dem Wärmebildgerät fallen sie Aufgrund ihrer Wärmesignatur, sofort ins Auge. Wer also schon eine teure Kameraausrüstung für die Fotosafari mit sich führt, der kann diese noch durch ein kleines tragbares Wärmebildgerät zur Beobachtung, am besten eines mit Aufnahmemöglichkeit ergänzen. Zur reinen Identifikation oder Beobachtung sind günstige Geräte ausreichend, wer Fotos oder Aufnahmen machen möchte, sollte je nach Anspruch qualitativ höherwertige Technik erwerben. Wie man sieht kann die Anschaffung von Wärmebildtechnik auch für ambitionierte Touristen sinnvoll sein und einen erheblichen Erlebnisgewinn darstellen.

Das gleiche gilt für die Jagd. Hier ist es wichtig zwischen reiner Beobachtung mit Hilfe von Nachtsichttechnik und der Jagd selbst zu unterscheiden. Für die Jagd mit Vorsatzgeräten wird man um teure Technik nicht herumkommen, denn die genaue Identifikation (Ansprechen) des Wildes und die sichere Schussabgabe sind nicht diskutierbar. Auch spielt die Häufigkeit des Einsatzes von Nachtsichttechnik eine wesentliche Rolle bei der Entscheidung, schließlich handelt es sich oft auch um eine Kosten-Nutzen-Rechnung. Elektronik, ganz allgemein ist heutzutage sehr kurzlebig und die Entwicklung schreitet rasant voran, deshalb ist eine kostspielige Anschaffung nur sinnvoll, wenn sie sich bei gewerblicher Nutzung rentiert oder man ein Hobby so ernsthaft betreibt, dass einem die Kosten die Sache wert ist.